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Was ist Taekwondo? |
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TAEKWONDO IST ...
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Taekwondo ist eine waffenlose Selbstverteidigung aus Korea. “Nur eine von vielen Kampfsportarten
ohne Zukunft”, denken Sie? Dazu eine kleine Geschichte aus dem Fernen Osten:
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Jemand sah eines Tages am Rand einer Klippe zum ersten Mal in seinem Leben das Meer. “Wie
schön es ist! Welch großartiger Anblick!” sagte er fast atemlos. “Und dabei”, sagte sein Freund,
“siehst du doch nur die Oberfläche!”
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Oberflächlich betrachtet scheint Taekwondo nur eine Kampfsportart zu sein, aber es ist mehr als nur das. Es ist eine Philosophie, eine
Lebensweise und seit den Olympischen Spielen in Sydney im Jahre 2000 eine olympische Disziplin.
In der 5000 Jahre alten Geschichte Koreas hat es Formen
der unbewaffneten Selbstverteidigung gegeben. Diese hieß je nach Epoche
Subak, Taekyon, Sunbae und Hwarangdo und entwickelte sich zum heutigen Taekwondo.
Der Name Taekwondo setzt sich zusammen aus
- Tae (der Fuß)
- Kwon (die Faust) und
- Do (der Weg, die Lehre).
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Taekwondo ist die Kunst, mit Fäusten und Beinen
umzugehen, diese richtig und kraftvoll einzusetzen, wobei immer angestrebt
wird, den Kampf nicht entstehen zu lassen, um so Frieden zu erhalten. Im
Taekwondo wird der Körper trainiert, und der Geist gestärkt. Die Kampfkunst
dient der Charakterbildung und hat deswegen erzieherische Elemente. Ziel des
Taekwondo ist es, Körper und Geist im Einklang zu bringen. Die innere
Harmonie wirkt dann lebensübergreifend. Dafür ist es notwendig,
regelmäßig zu trainieren, sich in Geduld auszuüben und die eigene
Hemmschwelle zu durchbrechen. Das alles erfordert Ausdauer, eine Liebe für
die Herausforderung und Charakterstärke.
Taekwondo ist eine Lebensweise. Tag für Tag wird
versucht, in der Übung das eigene Leben zu meistern. Durch Disziplin werden
Prinzipien der physikalischen Bewegungen, der geistigen Übungen und des
Alltagslebens vereinigt. Bescheidenheit und der respektvolle Umgang
miteinander sind erforderlich.
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Nichts, was jemand an einem Tag erreicht, ist von Dauer.
Deswegen muss sich jeder Tag für Tag die Mühe geben, sein Bestes und vor
allem das Gute zu tun. Beim Training heißt das: bescheiden zu sein und
respektvoll mit seinen Mitmenschen umgehen. Wer sich daran nicht halten
kann, sollte nicht den Weg des Kriegers wählen, wo zuerst gegen den inneren
Feind gekämpft wird.
Der Farbgürtel kennzeichnet nicht nur einen Grad in der
Gruppe; er ist eine Anerkennung für die individuelle innere Entwicklung und
sollte mit Respekt getragen werden.
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Übersicht der weiteren Themen:
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Das Wesen vom Taekwondo
I. Bedeutung der Kampfkunst
Die Kampfkunstarten haben sich in neuerer Zeit als Sportarten entwickelt. Ob durch Karate-Filme
oder durch die steigende Anzahl von Sportschulen, die für Wohlbefinden durch
körperliche Betätigung werben, ist das Interesse für die Kampfkunst gewachsen. Die Entwicklung
außerhalb Asiens wird durch das Vernachlässigen der philosophischen Hintergründe gekennzeichnet.
Hinter den Techniken verbirgt sich aber das tiefe Wesen der Kampfkunst.
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Wenn man z.B. das Meer beobachtet, dann gibt es nicht nur die Oberfläche, sondern auch
eine Unterwelt, die nach eigenen Regeln lebt. Bei den Menschen ist es
ähnlich. Man muss über das Äußere hinaus schauen. Im tiefen Inneren liegt die
Essenz. In der Kampfkunst funktioniert es genauso. Es gibt demnach einen
tieferen Sinn hinter den zahlreichen Techniken. Dies führt zum
eigentlichen Sinn des Lebens. Nur durch
aktives und regelmäßiges Training kann der Übende diesen entdecken. Dafür ist Ausdauer und Geduld
erforderlich, zwei wertvolle Eigenschaften, die man braucht, wenn man mit der Kampfkunst
wachsen will.
In Asien ist die Kampfkunst spirituell orientiert. Die buddhistische und taoistische Lehre haben
dazu beigetragen, dass die Kriegskunst ein philosophisches Rückgrat erhalten konnte. Diese Lehre
gab der Kampfkunst moralische Prinzipien, die den körperlichen und seelischen
Eigenschaften zugrunde lagen. Eine Kampfkunst ist die Kunst der Selbsterkenntnis, die Kraft
und Weisheit verbindet.
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II. BUSHIDO - oder der Weg des Kriegers bzw. des waffenlosen Kampfes
Im Taekwondo werden in der Anfangsphase Grundtechniken und Stellungen gelernt, die den Körper
für die spätere Anwendung komplizierten Techniken aufbauend vorbereiten. Wenn
der interessierte Anfänger erwartet, eine Leistung wie in bekannten Eastern zu erbringen oder
in der Schule angeben zu können, dann wird ihn die Trainingsstunde enttäuschen. Schuld
daran, dass viele so denken, ist das Geschäft mit der Angst und mit der Unsicherheit der
Menschen.
Wenn man aber über die anfänglichen Schwierigkeiten hinweg kommt, stellt man fest,
dass der Körper kräftiger und das Selbstvertrauen gestärkt wird. Mit der Zeit findet ein positiver
Umwandlungsprozess statt. Der Taekwondoin (Taekwondo-Übende) ändert sich, denn er wird achtsamer
und lernt Selbstkritik zu üben.
Das Wesen des Taekwondo ist es, zu erkennen, dass der Feind eigentlich nur im tiefen Inneren ist.
Wenn man die eigene Angst nicht im Griff hat, ist man mit der eigenen Verwundbarkeit
konfrontiert. Die Körper- und Kraftbeherrschung sowie der Umgang mit der eigenen Aggression
werden gelernt, indem für Konfliktsituationen Angriffs- und Kontertechniken
trainiert werden. Entwaffnend wirkt eher eine ruhige Haltung, die man nur erreichen kann, indem
man lernt, sich auf seine innere Kraft zu verlassen. Deswegen ist es erforderlich,
festgelegte Formen und Techniken zu erlernen, damit man z.B. hinter der Treffsicherheit
Entschlossenheit entwickeln kann.
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III. VON DER KAMPFKUNST ZUR SELBSTVERTEIDIGUNG
Teil der Kampfkunst ist das Erlernen von Techniken, d.h. Angriffs- und Abwehrbewegungen beinhalten.
Sparringskämpfe dienen dazu, sich erfolgreich gegen einen Angriff verteidigen zu
können. Wichtig ist, im Notfall an der Anwendung dieser Techniken nicht zu
zweifeln. In der Selbstverteidigung spielen der Überraschungseffekt und die eigene
Entschlossenheit eine große Rolle. Das Training trägt dazu bei, das eigene
Bewusstsein im Alltag für Gefahrensituationen zu schärfen und die Aufmerksamkeit sowie die
Achtsamkeit zu entwickeln. Nur dann ist das Erlernen von Selbstverteidigungstechniken sinnvoll.
Ohne diese Vorarbeit bleibt jede Selbstverteidigungstechnik wirkungslos. Der erste Schritt ist,
eine starke und sichere Ausstrahlung zu haben.
Im Alltagsleben gibt es immer wieder Situationen, wo man zu seiner Grenze gebracht wird. Die
falsche Haltung führt oft zu einer Verschlimmerung der Lage. Natürlicher Bestandteil des
menschlichen Wesens ist das Bedürfnis, sich zur Wehr zu setzen. Ob der Angriff verbal oder
körperlich stattfindet, bleibt das Verfahren gleich. Die Abwehr ist erforderlich, wenn es gegen den
drohenden Angriff kein Zurück mehr gibt. Angemessenes Reagieren muss frei von Zweifeln und
Ängsten sein.
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Jedes Training ist daher ein ständiger neuer Kampf gegen das Selbst, gegen die Unfähigkeit,
ganz einfach ausschließlich und mit ganzem Herzen genau das zu tun, was man im Augenblick tun
muss. Geistesgegenwärtigkeit ist eine Voraussetzung, um einen Angriff abwehren zu
können. Jeder unnötiger Gedanke, der durch den Kopf geht, spiegelt sich
im Handeln wider.
Im Laufe des Trainings wird die eigene Wahrnehmung geschärft: durch die Beherrschung der
äußeren Form (Technik) kommt mit der Zeit das Empfinden, das die Form füllen
wird. Man muss eins mit der Situation werden.
Der Angegriffene muss sich in eine stabile und strategisch günstige Position bringen. Folgende
Handlungsmechanismen müssen aber konsequent angewandt werden: Nie sollte man unüberlegt handeln.
Das ziellose Herumschlagen gefährdet nur die eigene Position. Umsichtigkeit ist gefragt.
Es ist erforderlich, den Angriff des Gegners in die eigene Bewegungsdynamik zu integrieren,
um ihn dann unter Ergänzung der eigenen Kraft außer Gefecht zu setzen. Bewegt
sich der Gegner nicht, bleibe ich ruhig. Beginnt er, sich zu bewegen, reagiere ich seiner Bewegung
angemessen. Der Angegriffene beobachtet seinen Gegner sorgfältig und sucht nach
Schwachstellen. Dann ist nur eine schnelle und gezielte Handlung angebracht. Ruhe vermittelt
Sicherheit, was den Angreifer wiederum unsicher macht.
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IV. URSPRUNG DER KRAFT
In den Kampfkünsten ist vor und beim Angriff das Ausatmen sehr wichtig. Das kräftige Ausatmen
ist mit einem Kampfschrei (Kihap) verbunden, wobei die volle Energie (GI)
freigesetzt wird. Der Kämpfer entdeckt den richtigen Moment des Angriffs, indem er den Gegner
genau in die Augen schaut und auf ein Zeichen einer Lücke, welche durch die
Einatmung erkennbar wird, wartet. Der Gegner bietet dann eine Angriffsmöglichkeit. Ebenfalls
durch das Beobachten eigener Atemzüge kann die innerliche Unruhe besänftigt und unter Kontrolle
gehalten werden.
Im Taekwondo wird die Atmung einerseits durch den Kampfschrei (Kihap = Kiai
(jap.)) geübt. Das Kihap ist eine kräftige aus dem Unterbauch stammende Ausatmung, welches die
Energie freisetzt. Andererseits können auch meditative Übungen am Ende des Trainings durchgeführt
werden, die den Energie-Fluss stärken. Die Einatmung beim Gegner bedeutet eine Lücke,
welche einen Angriff ermöglicht. Mit dem Kihap kommt das GI zur Entfaltung. Ziel des
harten Trainings ist es, den ruhigen Geist im Einklang mit dem Körper zu
bringen.
Obwohl der Körper aktiv (Yang) ist, bleibt der Geist wachsam (Um). In der Meditation, wo der
Geist trotz äußerlicher Ruhe sehr aktiv (Yang) ist, bleibt der Körper bewegungslos (Um).
Scheinbare Gegensätze bilden eine Ganzheit, auf der unser Eins-Sein beruht.
Wie man atmet, weist darauf hin, in welchem geistigen Zustand man ist. Wenn man weint,
traurig oder ängstlich ist, stellt sich die Brustatmung an. Gleichzeitig ist die Ausstrahlung
vermindert. Man wirkt unstabil und unsicher. Wenn man lacht, fröhlich oder locker
ist, wird die Atmung in den Unterbauch verlegt. Das Energie-Zentrum liegt unter der Bauchnabel
(Dan Djon = Dantien (chin.) = Hara (jap.)). Ein Bewusstwerden der tieferen
Atmung führt zu einer Freisetzung von GI. Wenn man die Atmung beobachtet, erfährt man ebenfalls,
dass eine Atmung der oberen Brust auf leicht zornige oder ungeduldige Menschen
hinweist. Eine Atmung vom Hals zeigt, dass der Tod nahe ist. GI kann nicht mehr fließen.
Die Energie (GI) kommt aus der Mitte des Körpers. Dafür
ist ein aufrechte Körperhaltung erforderlich. Verletzungen
zwingen zu mehr rücksichtsvollem Umgang mit dem Körper. Das Erlernen von
Techniken zur Selbstverteidigung hat einen tieferen Hintergrund und dient dazu, die
energetische Blockade des Menschen und seine Gegensätzlichkeit abzubauen,
und ihm Zugang zu seinem Körper zu ermöglichen.

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Die Disziplinen des Taekwondo
Der Freikampf (Kyorugi) ist die populärste Disziplin; sie
ist auf zahlreichen Turnieren vertreten. Im Freikampf werden alle Techniken, die der Schüler
im Grundtraining erlernt hat, schnell und präzis eingesetzt. Durch geschicktes Ausweichen,
Block- oder Kontertechniken sollen die Angriffe des Gegners bereits im Ansatz erkannt und
vereitelt werden. Auf der anderen Seite verschafft sich der Kämpfer so die Möglichkeit, eigene
Schlag- und Stoßtechniken anzuwenden, die die begehrten Punkte im Wettkampf erbringen. Der
Freikampf fordert vor allem Können, eine sehr gute Kondition und Beweglichkeit, ein
hervorragendes Reaktionsvermögen und selbstverständlich das Beherrschen der Wettkampfregeln.
Bei hinreichend großem Trainingseinsatz kann man - ein gewisses Talent vorausgesetzt - die Turnierreife erlangen.
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Das Formenlaufen (Poomse) stellt den Kampf gegen einen oder
mehrere imaginären Gegner dar. Der Formenläufer bewegt sich dabei nach streng festgelegten,
traditionellen Mustern. Der Schüler lernt im Laufe seines Trainings 8 verschiedene solcher
Formen, die alle Elemente des Angriffs und der Abwehr beinhalten und deren Schwierigkeitsgrad
sich allmählich steigert. Besonders gefordert ist hier der Gleichgewichtssinn und der Wille,
vorgeschriebene Bewegungen mit Kraft, Entschlossenheit und Präzision auszuführen. Auch in dieser
Disziplin werden Turniere ausgetragen.
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Taekwondo ist jedoch zuallererst als Kunst der waffenlosen
Selbstverteidigung bekannt. Die Selbstverteidigungstechniken (Hosinsul) bestehen
aus allen Elementen des Taekwondo und sind damit Ergebnis und Bestandteil der täglichen Übung
zugleich. Sie stärken das Selbstvertrauen, so dass einem Angriff auf die eigene Person mit dem
nötigen Mut und Siegeswillen begegnet werden kann. Das Training hochwirksamer Abwehrtechniken
ist - in Verbindung mit einer psychologischen Vorbereitung - die beste Investition in die eigene
Sicherheit.
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Ein weiterer Teil des Taekwondo besteht aus dem
Erproben erlernter Techniken auf ihre Wirksamkeit, dem Bruchtest
(Kyokpa). Dabei verwendet der Taekwondoin u.a. Holzbretter. Der
Bruchtest zeigt, welche körperlich-geistige Entwicklung der Übende
vollzogen hat. Im Bruchteil einer Sekunde muss das ganze Vorhaben (d.h. das
Brett zu zerschlagen) auf einem einzigen Punkt konzentriert werden, dessen
Beherrschung wiederum im Ursprung des "DO" liegt. Dafür ist es
notwendig, über längere Zeit gewissenhaft zu trainieren. Das allein
ist aber nicht das Ziel des DO, sondern der Weg zum DO ist das allein
wichtige.
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